Schlechter Schlaf, Hitzewallungen, 3-Uhr-Aufwachen: was die TCM dazu sagt
- Julia Schoenbacher
- 2. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 7 Tagen
Ich kenne das Aufwachen zwischen ein und drei Uhr morgens inzwischen gut. Nicht weil ich ein schlechter Schläfer bin, sondern weil mein Körper in dieser Phase seines Lebens beginnt, andere Sprachen zu sprechen.
Hitze die von innen kommt. Nachtschweiß. Dieses merkwürdige Nervenjucken am Rücken kurz bevor die Hitzewelle kommt, als würde die Haut von innen kribbeln. Aufwachen, Decke wegwerfen, zehn Minuten später frieren.
Willkommen in der Perimenopause. Oder wie die TCM sagen würde: willkommen im großen Yin-Mangel.
Warum ausgerechnet zwischen ein und drei Uhr
In der TCM gibt es die sogenannte Organuhr: jedes Organ hat eine Hauptaktivitätszeit. Zwischen 23 und 1 Uhr ist die Gallenblase aktiv, zwischen 1 und 3 Uhr die Leber. Wer regelmäßig in diesem Zeitfenster aufwacht, bekommt einen Hinweis: die Leber ist unruhig. Zu viel Hitze, zu wenig Blut, zu wenig Kühlung. Der Körper kommt nicht zur Ruhe weil die Leber nicht zur Ruhe kommt.

Was dahinter steckt: TCM-Sicht
In der Perimenopause verändert sich das hormonelle Gleichgewicht grundlegend. In der TCM-Betrachtung bedeutet das vor allem: das Nieren-Yin nimmt ab. Yin ist das Kühlende, Nährende, Befeuchtende im Körper. Wenn das Nieren-Yin abnimmt, hat die Leber nicht genug Grundlage, sich zu regenerieren. Das Leber-Blut wird schwächer, die Leber-Hitze steigt auf, als Hitze, als Unruhe, als Nachtschweiß.
Die Perimenopause entspricht in der TCM dem Übergang aus der Holz-Phase (Leber und Gallenblase) - sie steht für Planung, Visionskraft, aber auch Starrheit und Stagnation wenn die Energie nicht fließt. Dieser Übergang ist oft begleitet von Leber-Qi-Stagnation die sich in Reizbarkeit, Schlafproblemen und eben dem Aufwachen zeigt.
Der häufigste Fehler
Viele Frauen greifen bei Hitzegefühl instinktiv zu Kälte. Kalte Getränke, Joghurt, Smoothies, Rohkost. Das ist verständlich, aber es befeuert die Symptome. Kälte schwächt die Mitte. Eine geschwächte Mitte kann das Blut nicht mehr aufbauen. Weniger Blut bedeutet weniger Yin. Weniger Yin bedeutet mehr Hitze. Ein Teufelskreis. Die Antwort ist nicht kalt essen, sondern sanft kühlen und nähren.
Was hilft: sanft kühlen, tief nähren
Lebensmittel mit sanft kühlender Thermik: Mangold · Spinat · Brokkoli · Gurke (gekocht, nicht roh und kalt) · Mungobohnen · Tofu · Ente · Schweinefleisch · Birne
Lebensmittel die Blut aufbauen und Yin nähren: Schwarzer Sesam · Walnüsse · rote Datteln · Goji-Beeren · dunkle Beeren · rote Rüben · Spinat · Eier · schwarze Bohnen · Knochenbrühe
Rote Säfte: schwarze Johannisbeere, roter Holunder, rote Rübe, ein kleines Glas. Aufbauend, nährend, kühlend ohne zu kälten.
Was reduziert werden sollte: scharfe Gewürze · Alkohol · Kaffee in großen Mengen · Chips, Cracker, salzige Snacks, sie trocknen aus.
Und die Nächte?
Vor dem Schlafen: kein Bildschirm, keine aufregenden Inhalte, keine schweren Mahlzeiten. Vor 23 Uhr schlafen damit die Leber ihre Arbeit tun kann, denn am besten erholt sie sich im Liegen. Ein kleiner Tee: Chrysantheme, Wolfsbeerfrüchte, rote Datteln, sanft kühlend, nährend, beruhigend für Leber und Herz.
Perimenopause ist kein Defekt
Die Perimenopause ist ein Übergang, und wie jeder Übergang braucht er Aufmerksamkeit, Geduld und die Bereitschaft hinzuhören. Der Körper spricht. Zwischen ein und drei Uhr morgens manchmal besonders laut.


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